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Josua Klein

Josua Klein kam am 9. Mai 1867 in Meran zur Welt. Sein Vater Wilhelm Klein (1834-1913) war Verfasser verschiedener Schriften zu weltanschaulichen und lebenskundlichen Fragen, seine Mutter Maria Klein (1834-1883) Dichterin.

Zusammen mit seinen drei Schwestern und dem jüngeren Bruder erhielt er Schulunterricht von seinem Vater sowie von Privatlehrern und Privatlehrerinnen. 1888 übersiedelte er in die Vereinigten Staaten. Dort heiratete er seine Frau Wilhelmine, eine Verwandte des Märchendichters Hans Christian Andersen.

1901 kehrte Klein nach Europa zurück, im Jahr darauf besuchte er erstmals Amden. 1903 liess er sich mit seiner Frau und den zwei Söhnen dort nieder. In der Folge kaufte er für ein Siedlungsprojekt den unterhalb des Dorfes Amden gelegenen Grappen, zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie Wiesen, Acker und Wald und liess als Gemeinschaftshaus den Grappenhof errichten. Zudem erwarb er in Weesen die Villa „Seewarte“. 1904 reichte er das Gesuch für die Erteilung einer Konzession für den Betrieb einer elektrischen Bahn von Weesen auf den Speer ein. Nachdem sich die finanzielle Situation der Kolonie verschlechtert hatte, musste Klein 1905 einen Grossteil seines Amdener Besitzes verkaufen.

1906 verliess er die Schweiz und liess sich in Texas nieder, kehrte aber bereits 1908 auf den Grappenhof zurück. 1910 kam eine Tochter aus der Verbindung mit Margarethe Nopper zur Welt. Weitere Töchter folgten 1912 und 1913.

1914 übersiedelte Klein wieder in die Vereinigten Staaten, wurde 1916 auf Ellis Island vor New York interniert und 1920 nach Europa abgeschoben. In Wien ging er eine Verbindung ein mit Karina Umlauf, der Tochter eines vermögenden Ingenieurs. Bei einem Besuch auf dem Grappenhof kam 1921 ihr erster Sohn zur Welt. 1925 kam eine Tochter, 1926 eine weiterer Sohn zur Welt.

Ab Ende 1925 baute Klein eine neue Gemeinschaft in Parsch bei Salzburg auf. Zu dem Kreis gehörte auch der Philosoph Oskar Ewald (eigentl. Oskar E. Friedländer). 1928/29 lebte sie in Windischgarten, von 1929 bis 1935 auf dem Marienhof in Pachern, St. Peter bei Graz und 1938 in der Siedlung der Gralsbewegung am Vomperberg bei Innsbruck. ((Zur Gralsbewegung beispielsweise der Eintrag Gralsbewegung in der deutschsprachigen Wikipedia.)) In Windischgarten kam 1928 ein weiterer Sohn, auf dem Marienhof 1930 der letzte Sohn zur Welt.

1938 zog Karina Umlauf auf Wunsch ihres Vaters in das Elternhaus in Wien. Auch Klein übersiedelte nach Wien.

Im Herbst 1939 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalten „Am Steinhof“ in Wien eingeliefert. Seine Diagnose: „Manisches Zustandsbild bei einem Phantasten“.

Klein starb am 27. Mai 1945 in Wien.

Veröffentlichungen

  1. "Die drei Variationen des Gebets. Nach Josua Klein." Lebens-Spuren, 1 (5): 37, 38.

Literatur

Roman Kurzmeyer, Viereck und Kosmos. Künstler, Lebensreformer, Okkultisten, Spiritisten in Amden, 1901-1912, Max Nopper, Josua Klein, Fidus, Otto Meyer-Amden, Wien und New York 1999. Zu Klein insbesondere S. 41-60.

Klaus Ferentschik: Biographarium. In: Austria im Rosennetz. Katalog zur Ausstellung MAK Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien, 11. September bis 10. November 1996, und Kunsthaus Zürich (Wunderkammer Österreich), 6. Dezember 1996 -23. Februar 1977. S. 259. – Beatrice Uehli Stauffer: Mein Leben leben. Else Freistadt Herzka 1899-1953. Zwischen Leidenschaft, Psychologie und Exil. Passagen Zeitgeschehen. Wien 1995.